ZEIT UND ZEITBEWUSSTSEIN | GEDOK Galerie, 25.04. – 20.5.2018

Heike F. Bartsch | 2015 –  Beteiligung an der Gruppenausstellung in der GEDOK Galerie | Eröffnung: Do. 24. 04.2018 – 19.00 Uhr

Die Zeit entsteht im Kopf

Die Ausstellung will sich mit den Begriffen Zeit und Zeitbewusstsein auseinandersetzen. Was ist Zeit? Eine universelle, kosmische Konstante, die vorbestimmt davonrinnt, unwiderruflich und gnadenlos? Eine Art Verfallsdatum für die Natur und damit die Menschheit? Oder handelt es sich um eine Erfindung des Menschen, um damit den Versuch zu machen, die Welt zu verstehen, sie zu kategorisieren und schließlich zu beherrschen? Unbestritten ist, dass sowohl die Natur als auch der menschliche Alltag einem Rhythmus folgen, in Zyklen organisiert sind, aus Wiederholungen bestehen, die nicht zwangsweise nach den gleichen Kriterien ablaufen.
Und unbestritten ist auch, dass der Mensch die Zeit sehr relativ wahrnehmen kann. So beobachtet man beispielsweise, dass Städter viel schneller sprechen als Landbewohner, dass die Zeit in der zweiten Lebenshälfte fast allgemein empfunden schneller abzulaufen scheint als in der ersten oder die Reisezeit schneller verläuft, wenn man mit einem Mitreisenden ins Gespräch kommt.

Zeitbewusstsein ist etwas sehr Individuelles, jeder Mensch sendet seinem Gehirn Impulse, die Abstände zwischen Ereignissen dokumentieren und in der Folge Zeit erschaffen. Das individuelle Zeitempfinden erschafft die individuelle Lebensgeschichte und das soziale die sogenannte Geschichte.

50 Jahre nach dem emblematischen Jahr 1968, das in der westlichen Welt als Synonym für den Beginn eines neuen, umstürzenden Zeitalters gilt, scheint die Frage berechtigt, was von den idealistischen Werten eines friedfertigen Zusammenlebens aller Menschen und dem Recht auf individuelle Selbstentfaltung übrig ist. Sind 50 Jahre eine lange Zeit? Im Vergleich mit der bisherigen menschlichen Geschichte möchte man dies verneinen. Doch wenn man sich bewusst bleibt, dass eben Zeit und Zeitemp finden relativ sind, kann die Frage nicht beantwortet werden.

Die Künstlerinnen sind aufgefordert, über die Zeit als Mediums des Wandels nachzudenken und direkt oder indirekt auf das Jubliläum zum Jahr 1968 Bezug zu nehmen. Das Thema kann aber gleichwohl aus philosophischer Perspektive betrachtet werden, indem die Zeit und das Zeitbewusstsein als Motoren des individuellen Lebens und gesellschaftlichen Zusammenlebens oder der geschichtlichen Entwicklung aufgefasst werden.

Erwünscht sind explizit Arbeiten aus allen künstlerischen Medien, inklusive Klang und Wort.

Kuratorin: Teresa Vena

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